Fundort der Himmelsscheibe von Nebra

Auf dem Mittelbergplateau wurde 1999 die Himmelsscheibe von Nebra gefunden. Inmitten eines dichten Waldes war ihre Auffindung durch zwei Raubgräber mehr dem Zufall zu verdanken.Das »Himmelsauge« kennzeichnet den Fundort der Himmelsscheibe.

Am exakt vermessenen Punkt liegt eine leicht gekrümmte Scheibe aus poliertem Edelstahl im Boden. Der Blick in den Boden ist gleichzeitig ein Blick in den Himmel: Das Himmelsauge dient als Spiegel und verbindet Himmel und Erde somit genau an der Stelle, wo 3600 Jahre lang ein Bild des Himmels im Boden verborgen lag.

Die Himmelsscheibe von Nebra zeigt die weltweit älteste bisher bekannte konkrete Darstellung des Kosmos, und ist ein einzigartiges Zeugnis der Menschheitsgeschichte. Die Deponierung der Himmelscheibe auf dem Mittelberg bei Wangen fand zum Ende der Frühbronzezeit statt.

Auf dem Plateau des Mittelbergs steht ein 30 m hoher und um 10° geneigte Aussichtsturm, er dient als Zeiger einer überdimensionalen Sonnenuhr. Ein senkrechter Schnitt teilt das Bauwerk und markiert die Sichtachse zum Brocken: Hier ging die Sonne zur Sommersonnenwende unter, hier ließ sich die Himmelsscheibe einnorden und als Sonnenkalender benutzen. Wir nutzen Ihn für unseren Panoramarundblick!

Die Sichtbeziehungen zu bestimmten markanten Punkten in der Umgebung, die der Besucher vom Aussichtsturm aus herstellen kann – dem Kyffhäuser mit dem Kulpenberg oder dem Harz mit dem Brocken –,werden auf dem Mittelbergplateau durch etwa 50 cm breite Betonbänder im Boden mit eingestanzten Inschriften aufgenommen.Sie helfen dem Betrachter, den Blick zu den entsprechenden Punkten zu leiten und die bronzezeitlichen Himmelsbeobachtungen nachzuvollziehen.

Redaktion: Jürgen Krohn

Quelle: M.Wittenberg

Fotos: M. Wittenberg

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