Die Burg Allstedt

Man schrieb das Jahr 909, als Heinrich I. seine Braut Mathilde, aus dem Hause Herzog Widukinds, von ihrem Verlobungsort Herford über Gandersheim, dem Hauskloster der Liudolfinger, in das Gebiet der heutigen Goldenen Aue führte. In dem kleinen Ort Wallhausen wurde ihr erster Sohn Otto, bekannt unter Kaiser Otto I., geboren. In dieser Zeit hatte Allstedt eine herausragende Bedeutung als Königs - und Kaiserpfalz sowie als Hausgut der Sachsenkönige. Die Burg wurde erstmals im 9. Jahrhundert als " Alstediburg " erwähnt.

Zur Zeit der Karolinger, unter Karl dem Großen, war Allstedt eine Hauptburg innerhalb des Burgensystems an Saale und Unstrut. Dieses baute Heinrich I., insbesondere zum Schutz vor den Übergriffen der Ungarn, weiter aus. Allstedt war zu jener Zeit Aufenthaltsort nahezu aller deutschen Könige und Kaiser, von Heinrich I.( 935 ) bis Phillip von Schwaben (1200).Mehrere große Reichstage und Fürstenversammlungen fanden hier statt. Seit 1180 war Allstedt im Besitz der Landgrafen von Thüringen, später ging es an die Wettiner über. Es folgte ein häufiger Wechsel von Lehensträgern und Pfandbesitzern.

Zwischen 1369 und 1496 wurde Allstedt, als Residenz der Edelherren von Querfurt, ausgebaut. In dieser Zeit entstand die Kernburg als Dreiflügelanlage mit der Schildmauer als vierter Begrenzung. Der Grundriss, der noch heute gut erhaltenen Burganlage, war damit vorgegeben.

1496 - 1525 ging die Burg Allstedt in den Besitz Kursachsens über. Ein Höhepunkt dieser Zeit war für Allstedt und das Schloss das Wirken Thomas Müntzers, der am 13.07.1524 seine berühmte Fürstenpredigt vor den sächsischen Regenten hielt. Das Leben und Wirken Thomas Müntzers wird im Schloss mit einer ständigen umfassenden Ausstellung gewürdigt. Von 1526 bis 1691 wechselten die Besitzer des Öfteren, vorrangig unter den sächsisch - ernestinischen Linien.

1691 - 1741 kam dann die spätmittelalterliche - und von der Renaissance geprägte Burg zum Herzogtum Sachsen - Eisenach. In dieser Zeit vollzog sich der Wandel hin zu einem Barockschloss.

1741 - 1918 zum Großherzogtum Sachsen - Weimar - Eisenach gehörend, erfolgte der Ausbau des Südschlosses. Es diente vorwiegend als Jagdschloß für die damaligen Herzöge. Aus dieser Zeit sind auch mehrere Aufenthalte von Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe ( 1776 - 1782 ) auf Schloss Allstedt bekannt. Unter anderem arbeitete er hier an der Prosafassung seiner "Iohegenie auf Tauris".

Besucher, die anhand einzelner geschichtlicher Epochen das Leben und Wirken der Menschen des frühen Mittelalters bis hin zur Gegenwart nah und lebendig nachvollziehen möchten, werden im gut erhaltenen Bauwerk, Burg und Schloss Allstedt, viele interessante Informationen und Anregungen erhalten. Das Schloss liegt an der Straße der Romanik, die hier das Gebiet der früheren Königshöfe und Kaiserpfalzen berührt.

Foto M. Beitz

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