Das Bad Dürrenberger Gradierwerk

Kurz-Information: Bereits von weitem sind, auf der Terrasse über der Saale, mächtige hölzerne, 12 m hohe Bauwerke sichtbar. Die mit Reisig gefüllten Bauwerke, die Gradierwerke, sind ein Wahrzeichen Bad Dürrenbergs.

Im Auftrag des sächsischen Königs, August III., ließ Johann Borlach zwischen 1744 bis 1763 einen 221 Meter tiefen Schacht zur Solegewinnung ausgraben. Ein danach ausgezimmerter Schacht mit den Massen von drei mal drei Metern und die artesische achtprozentige Sole boten die Voraussetzung, dass in Bad Dürrenberg die größte und bedeutendste Saline des Kurfürstentums entstehen konnte.

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Von den ehemals fünf Gradierwerken sind heute noch die Gradierwerke I bis III mit ihren Verbindungsbauten im Bereich des Bad Dürrenberger Kurparks ganz bzw. teilweise erhalten. Mit über 636 m Länge verfügt Bad Dürrenberg über die längste zusammenhängend erhaltene Gradieranlage in Deutschland überhaupt.

Bereits wenige Tage nach dem Soledurchbruch am 15. September 1763 wurde mit dem Bau der ersten Aufkonzentrationsanlage, einem sogenannten Gradierwerk, begonnen. Um diese mit Sole versorgen zu können, waren Pumpen notwendig. Daher wurde ein Pumpenhaus gebaut. Der über dem Schacht stehende Förderturm wurde weitestgehend Ende 1764 errichtet. Mit Hilfe von Pumpen wurde die Sole bis zur Spitze des Turmes gefördert und floss von dort durch Fall- und Steigrohre auf das Gradierwerk. Die Pumpen bewegte ein von Borlach angelegtes Wasserrad mit sieben Metern Durchmessern.

Darüber hinaus ist ihr einzigartiger Wert darin zu sehen, dass die Gradiergebäude in konstruktiver Hinsicht noch weitestgehend die Authentizität vom Beginn des 19. Jahrhunderts bewahrt haben.

Denn im Vergleich zu allen anderen erhaltenen Gradierwerken wurden die Bad Dürrenberger nie für die Anforderungen der Kurinhalation umgestaltet. Die Authentizität gilt besonders für die hier noch erhaltenen, typisch sächsischen (Senffsche Bauart) und für die typisch altpreußischen Konstruktionsmerkmale (Colberger Bauart). Auch die Soleverteilungsanlagen auf den Gradierwerken stellen beachtliche technische Leistungen des 18./19. Jahrhunderts dar. So sind noch Reste der einst von Borlach eingeführten kubischen Gradierung und der Geschwinstellung vorhanden. Auch die kombinierte Form der Dornen- und Dachgradierung, die in Dürrenberg entstand, ist deutlich erkennbar.

Die Aufgabe der Gradierwerke bestand darin, die Sole zu reinigen und bis zur Siedewürdigkeit aufzukonzentrieren. Dazu wurde mittels Pumpen die Sole auf das Gradierwerk hochgepumpt. Von dort, aus hölzernen Kästen heraus fließt die Sole über hölzerne Verteilerhähne in die Verteilerrinnen. Aus diesen Rinnen tropft die Sole an den Reisigwänden herab. Beim Herabtropfen von Zweig zu Zweig wird der Soletropfen immer feiner zerteilt, dessen Oberfläche dadurch immer größer.

Durch den Einfluss von Sonne, Wind und trockener Luft verdunstet das Wasser und die Salze reichern sich in der Lösung an. Bei dem Herabtropfen setzen sich Gips und Eisenverbindungen an den Schwarzdornzweigen als kristalline Niederschläge an. Dieser sogenannte „Dornstein“ umhüllt immer mehr die einzelnen Zweige.

Durch die feine Zerstäubung der Sole herrscht in der Nähe der Gradierwerke ein der Nordseeluft ähnliches Mikroklima, welches bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen hilfreich ist.  Diesen Solenebel kann man beim Flanieren im Kurpark entlang des Gradierwerkes einatmen. Direkt am Gradierwerk befinden sich 800 m Wandelstege und zahlreiche Sitzmöglichkeiten. Ratsam ist es, sich zum Schutz der Kleidung einen Solemantel umzulegen. Diese Solemäntel sind gegen eine Gebühr im Palmen- und Vogelhaus ausleihbar.

Die Besichtigung des Gradierwerks ist von April bis Oktober, sonntags von 14 bis 17 Uhr, möglich. Besteigungen und Führungen des Gradierwerks mit den Gästeführern sind an den Wochenenden möglich oder nach Vereinbarung in der Tourismus-Info bei Frau Lange, Tel.: 03462 83 99 1 buchbar.

Bearbeitender Redakteur Harry Günther

Quelle: Stadt Bad Dürrenberg, MZ, Wikipedia

Fotos: JK

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