Das Merseburger Säulenhaus

Das wegen seines imposanten, neoklassizistischen Säulen-Portals sogenannte Säulenhaus war in den Jahren 1912 bis 1914 durch den halleschen Architekten Alfred Koch als Verwaltungsgebäude der Landesversicherungsanstalt Sachsen-Anhalt in Merseburg errichtet worden.

Im Sommer 1914 wurde das neue Gebäude der Landesversicherungsanstalt Sachsen-Anhalt eröffnet, aber nicht wie geplant, als Repräsentations- und Verwaltungsgebäude, sondern als Reserve-Lazarett für Verwundete des 1. Weltkrieges. Nach wechselvoller Vergangenheit als Lazarett, Versicherungsanstalt, sowjetischer Kommandantur und Krankenhaus, in dem mehr als 50 000 Kinder das Licht der Welt erblickten, beherbergt das Säulenhaus nun ein Gesundheitszentrum.

Der Architekt Alfred Koch aus Halle-Trotha hatte den imposanten, neoklassizistischen Bau mit ionischen Säulen, großer Freitreppe und Kuppeltürmchen geplant. Zwei Reliefs im Eingangsbereich stellen die von der Versicherungsanstalt betreuten Berufsstände dar. Einer ihrer Schöpfer war der Bildhauer Paul Juckoff (1874 bis 1936) aus Schkopau.

Der Bezug des neuen Dienstgebäudes der LVA war ursprünglich zum 1. Juli 1914 vorgesehen. Der Beginn des 1. Weltkrieges erforderte eine Planänderung: Zu Kriegsbeginn wurde das Gebäude als Reserve-Lazarett genutzt. Mit Genehmigung des Kriegsministers vom 1. Juli 1915 wurde es geräumt, so dass ab 1. Oktober 1915 die LVA in das Gebäude übergesiedelte.

Dreißig Jahre lang war das Haus, im Volksmund "die Klebe" genannt, weil hier Rentenmarken aufgeklebt wurden, dann Versicherungsgebäude, Nach dem zweiten Weltkrieg quartierte sich zwei Jahre lang die Bezirkskommandantur der Sowjetische Militäradministration in Deutschland, das SMAD dort ein. Später ging das Gebäude in das Sondereigentum der Sozialversicherung der DDR über.

Ab 1953 wurde es für die Erweiterung des Kreiskrankenhauses umgebaut und am 5. April 1956 als „Neues Krankenhaus“ für die Abteilung für Innere Medizin eröffnet. Bis 1964 wohnten im Dachgeschoss auch die Schwesternschülerinnen im Internat der Medizinischen Schule. Vom 1. Juli 1957 bis 25. März 1997 befand sich der Kreißsaal des Carl-von-Basedow-Kreiskrankenhauses im Säulenhaus. Innerhalb der fast vier Jahrzehnte erblickten hier tausende Kinder das Licht der Welt.

Im Jahr 1991 erfolgte die Rückübertragung des Gebäudes in das Eigentum der Landesversicherungsanstalt Sachsen-Anhalt, die es dem Landratsamt Merseburg verpachtete. Anfang 2009 zogen die stationären Bereiche des Carl-von-Basedow-Klinikums in den benachbarten Neubau. Danach wurde es etwas ruhiger auf den langen Fluren. Das Basedow-Klinikum entwickelte ein neues Nutzungskonzept und erwarb die Immobilie. Schrittweise wurde danach das Umnutzungskonzept zum Gesundheitszentrum umgesetzt.


Heute beherbergt das Säulenhaus u. a. das Medizinische Versorgungszentrum des Carl-von-Basedow-Klinikums mit sechs Praxen sowie das Kooperative Bildungszentrum, das Patienten-Informationszentrum und den Ambulanten Pflegedienst des Klinikums, eine Tagesklinik, ein Dialysezentrum und weitere Arztpraxen. Zum 100. Geburtstag wurden Foyers, Treppenaufgänge und Flure nach Originalentwürfen saniert und das Säulenhaus erstrahlt in altem Glanz.

Redaktion: Jürgen Krohn

Quellen: Stadt Merseburg, Super Sonntag, Basedow Klinikum

Fotos: Basedow Klinikum, Stadt Merseburg, Frau Brehme

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