Wallendorf (Luppe)

Dass das Terrain um Wallendorf bereits vor 4000 Jahren besiedelt war, beweisen Strich- und Bandkeramik aus der Michelsberger Kultur. Diese entdeckten Mitarbeiter des Museums für Vorgeschichte in Halle im Jahre 1937, als am südlich des Dorfes gelegenen Huthügel Ton für den Bau des Mittellandkanals geschürft wurde. Das damalige Siedlungsgelände umzog ein bis zu zwei Meter tiefer Graben. Der Aushub des Grabens bildete einen Wall, welcher - so vermuteten die Wissenschaftler - Wallendorf seinen Namen gab.

Die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft Wallendorf datiert auf den 1. August 1091. Bischof Werner verfügte damals, dass "10 Hufen Landes mit der Mühle und mancherley Nutzungen in Wallendorf" dem Kloster zu unterstellen sei. Gemeint ist das Kloster Sankt Petri zu Merseburg, das als Gegenleistung die Schirmherrschaft über die Wallendorfer Kirche übernahm.

Wirtschaftliche Bedeutung erlangte Wallendorf spätestens 1788, als hier begonnen wurde, nach Kohle zu graben. Noch heute erinnert der Schachtteich im Ort an den Abbau. Aber schon im Mittelalter war die "Kärrnerstraße" (die heutige Bahnhofstraße) ein wichtiger Handelsweg für das Hallesche Salz, das nach Nürnberg transportiert wurde. Ab 1762 konnten Planwagenkutscher im "Goldenen Anker" Rast machen, der noch heute bewirtschaftet wird. Ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt der alte Ausspanngasthof die "Bergschänke". Nicht zu vergessen ist der "Kellerberg" aus dem Jahre 1539, in dem sich heute das Restaurant "Historischer Weinkeller" befindet.

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Die Wallendorfer Kirche in ihrem jetzigem Erscheinungsbild stammt aus dem Jahre 1703. Die Orgel wurde in den Napoleonischen Befreiungskriegen im Jahre 1813 zerstört. 1877 baute Friedrich Gerhard eine neue, einmanualige Orgel wieder ein. 2002 wurde Sie fachgerecht gereinigt und repariert.

Das heutige Wallendorf entstand aus den drei Gemeinden Wallendorf, Pretsch und Wegwitz, die sich am 1. April 1937 zusammenschlossen. Kulturell hat Wallendorf einiges zu bieten. Seit 1990 wird alljährlich am Ostersonnabend hinter dem "Tonschacht" ein großes Feuer entzündet, das nicht nur bei den Wallendorfern regen Zuspruch findet. Seit 1998 findet am 30. April, der Walpurgisnacht, jedes Jahr auf dem Walpurgisanger eine Hexenverbrennung statt. Im gleichen Jahr veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Wallendorf im August erstmals auf dem schon erwähnten "Schachtteich" ein Badewannenrennen und eine romantische Nacht.

Nach Abschluss der Renaturierungsarbeiten im einstigen Kohletagebau Merseburg-Ost wird am Wallendorfer See seit 2005 ein "Strandfest" mit anschließendem Feuerwerk veranstaltet. Platanenfest, Erntedank, Halloween, Christbaumschmücken all diese Veranstaltungen sind fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Wallendorf. Wallendorf an der Luppe gelegen bietet mit der Aue und der Seenlandschaft vielfältige Möglichkeiten der Naherholung und lädt zu Wanderungen und Radtouren ein.

Redaktion: Arnold Hirsch

Quelle: Stadt Schkopau

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